Physical Theatre

Schauspiel ____ Physical Theatre ____ Tanz/Performance

EINSTIEGSFÖRDERUNG der SENATSVERWALTUNG FÜR KULTUR UND EUROPA BERLIN 2022: MEIN TREUER PANZER– ein Solo zum psycho-physischen Erbe der deutschen Militärgeschichte

Trailer:

Trailer_ Mein Treuer Panzer_11.06.2022 Brotfabrik, Berlin

Disziplin, Gehorsam, Funktionalität – gibt es diesen unbewussten „Panzer“ in der deutschen Kultur noch immer? Hat sich das Militärische in unser Denken und Verhalten, unser Fühlen, selbst in unsere Körper eingeschrieben?

Das Stück verbindet Videointerviews zu Familiengeschichten, Texte zur NS-Pädagogik und DDR-Erziehung, neueste Erkenntnisse zu Epigenetik und transgenerativem Trauma mit persönlichen Körperbildern und Bewegungssequenzen. Tanztheater trifft auf dokumentarisches Erzählen. Jördis Wölk versucht in ihrem autobiografisch inspirierten Solo den Spuren des Militärischen in uns eine Sprache zu geben und mit Mitteln des Flows, des Kontaktes, des Experimentes und letztendlich des Humors einen Ausweg aus der Vererbungsschleife zu finden.

Konzept/Idee/Performance: Jördis Wölk, Dramaturgische Begleitung: Sibille Hüholdt, Choreografische Begleitung: Tina Weiler, Videobearbeitung und Aufnahmeleitung der Interviews: Johannes Schuchardt, Bühnenbild und Puppenbau: Horst Uhlemann, Grafikdesign: Jana Dörfelt, Lichtdesign: Stefan Wolf, Fotos: Inga Groß

Interviewte Personen: Ilse Siefke, Jochen Girke, Sascha Girke, Bossiljka Schedlich

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Spieldaten :

27./28. + 30.04. 2022 Ackerstadtplast Berlin – Prenzlauer Berg

10.+11.06. Brotfabrik Berlin – Prenzlauer Berg

30.09. + 01.10. 2022 TanzTangente, Berlin – Steglitz

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Infos zur Buchung für Schulklassen:

Das Stück bietet anhand der persönlichen Biografie und Familiengeschichte der Künstlerin Jördis Wölk sowie anhand von Interviews mit vier weiteren Menschen zwischen Jahrgang 1940 und 1979 Einblick in die Geschichte der beiden großen Kriege und Diktaturen NS-Zeit und DDR /bzw. Kalter Krieg. Es geht besonders auf die Auswirkungen von Krieg und Diktatur auf Familiensysteme und die persönliche Lebenswelt ein. Es tangiert die Bereiche (deutsche) Geschichte, Politik und Psychologie und macht sie anhand der hautnah erlebten Erzählung und persönlichen Übermittlung durch die Spielerin, sowie der emotional angebundenen Theatersprache greifbar und konkret

Folgende Themen werden verarbeitet: transgeneratives Trauma, Arbeiterbewegung und
Kommunismus in den 30er Jahren, Holocaust, NS-Erziehung, Funktionalität und Missbrauch im Sport der DDR, Umbruchszeit Wende, Bindung und Beziehung, Heimat und Identität, System Familie

Das Stück fragt nach den „Spuren“ in den folgenden Generationen durch vererbte
(transgenerationale) Traumata und unreflektierte Erziehungsmodelle. Es trägt zur inneren, emotionalen aber auch äußeren Aufarbeitung der „Spuren“ . Im Sinne des transgenrationalen Ansatzes und der Frage nach Vererbung von Krieg- und Diktaturerfahrungen ist ein junges Publikum dafür die ideale Zielgruppe.
Das Stück lädt ein, sich mit der Vergangenheit, auch besonders der eigenen, auf konkrete und persönliche Weise in Beziehung zu setzen und selbst Nachforschungen über die eigene Familiengeschichte und die damaligen Zeitumstände zu machen. Damit verbindet es Generationen miteinander. Ebenso gibt es durch den Themenkomplex DDR einen Einblick in das Thema deutsche Teilung. Es schafft eine Öffentlichkeit für Biografien, Lebensrealitäten und Perspektiven von Menschen aus den ehemaligen neuen Bundesländern, ein Thema, welches neben anderen politischen Bewegungen und Debatten (z.B. Fridaysforfuture/Klima, Genderidentität, Me-Too und Feminismus) derzeit keine große Aufmerksamkeit findet.

Im Anschluss an die Vorstellung wird auf Nachfrage ein 45-minütiger Workshop zu den eigenen Familiengeschichten der Schüler*innen angeboten.

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JÖRDIS WÖLK arbeitete 2011-2014 als CO GRÜNDERIN , PERFORMERIN und PROJEKTLEITUNG bei und mit ZWISCHENTRAUMTHEATER, CH

Zwischentraumtheater war ein deutsch-italienisches Kollektiv für Körpertheater, dass 2011-2013 in der Schweiz gegründet wurde und aus sechs DarstellerInnen mit einer Ausbildung im Bereich Physical Theatre bestand. Die DarstellerInnen verbindet das Interesse an einer Theaterästhetik, die mit einer starken Körperlichkeit operiert, transdisziplinär arbeitet und Inhalte mit gesellschaftlichem und sozialem Bezug bearbeitet. 


OUTCAST 2013-2014

Stückbeschreibung:

Zu sehen ist ein Theaterstück, das mittels Körper- und Bildsprache auf groteske, absurde und komische Art und Weise das Thema der Macht im heutigen gesellschaftlichen Kontext hinterfragt. Ausgangssituation des Stücks ist ein fiktiver Ort, eine Art «Spielwiese der Buffons». Diese sind Outcasts, Ausgestoßene, Randexistenzen der Gesellschaft, die die Mächtigen imitieren und eine kritische Farce auf bestehende Herrschaftsverhältnisse spielen. Schließlich manifestieren sich die Mechanismen von Macht schleichend in der Gruppe der Spielenden selbst. Was als anklagende Polemik beginnt, fällt auf die Ankläger selbst zurück. Die Manipulativität von Macht wird sichtbar.


STRANIERI 2011-2013

Tour an diversen schweizer Kleintheatern, Präsentation an der Kleinkunstbörse Thun 2014, beim Festival Scintille Asti (It) ausgezeichnet mit Premio Scintille 2014:

Begründung der Jury:

“Dies ist ein Stück, dass mehrere szenische Mittel (Wort, Tanz, Gesang) verbindet. Die jungen Darsteller zeigen eine außergewöhnliche Technik, die (…) in den Dienst einer Erzählung gestellt wird, die reich an Tragikomik und emotionalen Schattierungen ist. Die Multinationalität der Darsteller macht das Thema umso (…) übertragbarer. Die Auseinandersetzung mit dem Thema der Integration geschieht auf moderne und konkrete Art und Weise und ohne den Immigranten eine Opferrolle zuzuschreiben.”

PRESSE: „Asti, Festival Scintille”, Quotidiano della provinici di Asti e del Monferrato, 2012: http://www.atnews.it/2012/07/02/leggi-notizia/argomenti/attualita-1/articolo/asti-teatro-ecco-il-vincitore-del-festival-scintille.htm

Lorenzo Torracchi, in “Stranieri” 2012

	
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